Historisches

Die Polizeimusik Wien zählt zu einem der ältesten Polizeiorchester Europas.

 

Seine Geschichte begann im Jahr 1905, doch die offizielle Gründung erfolgte am  9. April 1909. Erster Kapellmeister wurde Polizei-Rayonsinspektor Franz Glanzl. Der Öffentlichkeit präsentierte sich die „Wiener Sicherheitswachekapelle“ erstmalig im Jahre 1909 mit einem Auftritt in „Weigls Katharinenhalle“ beim Wohltätigkeitsfest der Wiener Sicherheitswache.

 

Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges fanden die Aktivitäten der Polizeimusik Wien ein jähes Ende. Die musikalischen Tätigkeiten wurden erst ein Jahr nach Kriegsende aufgenommen und fortgesetzt. In kurzer Zeit wurde das Orchester unter Franz Glanzl als Dirigent weit über die Grenzen Wiens bekannt. Die Rundfunkkonzerte waren sehr beliebt und wurden in der Presse häufig erwähnt. Bei Konzertreisen in die Bundesländer wurde stets hervorragend musiziert.

 

Mit dem Anschluss Österreichs 1938 ging eine sehr erfolgreiche musikalische Epoche vorerst zu Ende. Unter der zentralen Berliner Verwaltung wurde die Polizeimusik Wien zum „Musikkorps der Schutzpolizei Wien“. In den schwierigen Zeiten des Krieges wurde dieses Orchester immer wieder bei Konzerten und Großveranstaltungen als Propagandainstrument herangezogen.

 

Das Ende des Krieges bedeutete einen Neuanfang für die Polizeimusik Wien. Nach dem zweiten Weltkrieg war das Betätigungsfeld der Polizeimusik Wien sehr groß. Neben den Spielverpflichtungen für die Wiener Polizei waren repräsentative Anlässe für die Republik Österreich wahrzunehmen. In den folgenden Jahren erfreute sich die Polizeimusik Wien enormer Beliebtheit bei der Bevölkerung, welche durch die große Anzahl an Auftritten und regelmäßigen Übertragungen von „Radio-Konzerten“, gefestigt wurde.

 

Durch den immer größer werdenden musikalischen Arbeitsaufwand sah man sich gezwungen, über strukturelle Veränderungen nachzudenken. Die hohe Zahl an musikalischen Ausrückungen, immerhin gab es in der Zeit von 1947 – 1954 etwa 1900 Ausrückungen, war Anlass dafür, dass 50 Musiker 1955 – bis auf die sogenannte „Reserve“ (10 Musiker im Außendienst) – per Erlass aus dem Gruppendienst genommen und in den Tagdienst gestellt wurden.

 

Es folgten erfolgreiche Jahre mit Reisen in die Bundesländer (Innsbruck, Villach) und ins Ausland (München, Wolfsburg).

Zu den musikalischen Höhepunkten dieser Zeit gehörte das Konzert anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Wiener Sicherheitswache am 15.November 1969. Niemand Geringerer als Robert Stolz dirigierte die Polizeimusik Wien bei diesem Festkonzert.

 

Doch nicht nur durch Konzerte, auch durch Aufnahmen von Schallplatten konnte sich die Polizeimusik Wien als Kulturträger etablieren. Sehr erfolgreiche Jahre folgten unter der musikalischen Leitung von Otto Altenburger, Alfred Hofbauer und Adolf Hauck. Unter dessen Leitung wurden zahlreiche Konzertreisen in Österreich und ins Ausland unternommen. Weiters war die Polizeimusik Wien bei Rundfunk- und Fernsehproduktionen ein gern gesehener Gast.

 

Adolf Hauck übergab 2001 die Leitung an seinen Stellvertreter Ernst Zehetner. Unter Ernst Zehetner und Herbert Klinger setzte sich die Weiterentwicklung der Polizeimusik Wien fort. In Eigeninitiative wurden große Projekte, wie „Die Nacht der Filmmusik“ im Arkadenhof des Wiener Rathauses sowie sinfonische Blasmusikkonzerte verwirklicht.

 

Im Jahr 2009 feierte die Polizeimusik Wien ihr 100-jähriges Jubiläum, welches mit einem mehrtägigen Fest, der Blasmusikparade auf der Wiener Ringstraße sowie mehreren Festveranstaltungen gebührend gefeiert wurde. Neben der „Nacht der Filmmusik“ veranstaltet die Polizeimusik Wien seit 2005 jährlich ein „Abendkonzert“, welches im Theater „Odeon“ stattfindet.

 

Mit 1. März 2016 trat Ernst Zehetner in den wohlverdienten Ruhestand und übergab den Taktstock an seinen bisherigen Stellvertreter Herbert Klinger und den neuen Kpm. Stv. Stefan Gottwald.

 

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